"Es war spannend zu
erleben, wie da etwas
entsteht, das Deutschland
verändern kann."
Donnerstag, 15.07.21

Statement von Teilnehmerin Mareike Menneckemeyer, 37, aus Schwarzenbruck bei Nürnberg, Vertriebsangestellte in Elternzeit

"Manchmal haben am Ende die Ämter am meisten Einfluss, für die man sich nicht bewirbt, sondern in die man eher hineinstolpert. Wenn man sich für den Bürgerrat hätte bewerben müssen, hätte ich das wohl nicht gemacht. Dafür habe ich einfach genug um die Ohren. Aber wenn man gefragt bzw. ausgewählt wird, ist es etwas anderes. Am Anfang stand die Organisation. Bekomme ich das zeitlich auch noch hin, was ist mit anderen Terminen? Aber als das geklärt und andere Termine verschoben waren, war ich, sagen wir mal, verhalten aufgeregt. Ich wollte mitmachen, klar. Aber das es in den letzten Wochen so viel Platz in meinem Leben bekommen würde, hätte ich am Anfang nicht gedacht.

Natürlich kann man viel zum Thema Klimaschutz lesen, wenn man will. Dass WIR etwas tun müssen, dass UNS die Zeit wegläuft und so weiter. Aber was man nicht weiß: Sind sich da eigentlich alle einig, was jetzt der richtige Weg ist? Elektroautos ja oder nein – wegen der Batterie. Fleischverzicht würde helfen, aber ist Soja soviel besser? Denkt doch mal an den Regenwald....Und was dieses 1,5 Grad Ziel eigentlich konkret bedeutet – ist ja auch nicht meine Aufgabe, das in aller Tiefe zu verstehen. Da kümmert sich die Politik schon drum, hab ich gedacht. Tut sie aber eben nicht. Bzw. zu wenig. Warum kann ich nur vermuten."
Es geht nicht mehr darum, ob wir etwas tun, sondern darum, wie wir schnell am meisten erreichen und das indem wir möglichst Viele mitnehmen. Da hat sich meine Meinung schon verändert und ich merke auch, wie das was ich „gelernt“ habe, Einfluss auf meinen Alltag nimmt. 
"Unbequeme Entscheidungen zu treffen ist halt nicht so Sonntagsfrage- freundlich – schätze ich. Aber genau das muss getan werden. Es geht nicht mehr darum, ob wir etwas tun, sondern darum, wie wir schnell am meisten erreichen und das indem wir möglichst Viele mitnehmen. Da hat sich meine Meinung schon verändert und ich merke auch, wie das was ich „gelernt“ habe, Einfluss auf meinen Alltag nimmt. Und während sich der eigene Alltag veränderte wuchsen parallel die Empfehlungen im Bürgerrat, wurden konkreter und real.

Es war spannend zu erleben, wie da etwas entsteht, das Deutschland verändern kann. Jedenfalls wenn wir es schaffen, Akzeptanz zu bekommen – in der Politik wie auch in der Bevölkerung. Das ist nicht immer einfach, schließlich sind wir alle unterschiedlich. Das hat man auch in den Diskussionen gemerkt, denn wir waren ja ein Spiegelbild der Gesellschaft. Alt und jung, Land und Stadt, Fleischesser und Veganer, mal mehr und mal weniger gewillt etwas drastisch zu verändern.

Mir war es dabei immer wichtig zu versuchen ans „Ende“ unseres Sozialstaates zu schauen. Es gibt in diesem Land Menschen, die ernähren sich am Ende des Monats von Nudeln und Toast, einfach weil es finanziell für mehr nicht reicht. Die dürfen nicht die Verlierer der Klimapolitik werden. Auch wenn der Klimaschutz natürlich nicht „auch noch nebenbei“ die soziale Gerechtigkeit herstellen kann. Das ist eine andere, große Aufgabe."

Die ganze Pressekonferenz gibt es auf YouTube zu sehen!
"Falls also unklar ist worum es im nächsten Bürgerrat gehen soll – ich hätte da einen Tipp! Bildung halte ich auch für wichtig. Aufzuklären, welche Alternativen wir bei Mobilität, Ernährung, Energie und so weiter haben. Bildung kann das den Menschen verdeutlichen und Angst vor dem Unbekannten nehmen. Wenn jemand sagt: wir verbieten jetzt mal Fleisch – dann schreien natürlich Viele. Würde ich auch. Aber wenn man weiß, dass es im Besonderen die Kuh ist, die uns Probleme macht, und man mit einer ausgewogenen Mischung aus allen Fleischsorten und häufiger mal einem vegetarischen Gericht schon viel erreichen kann, dann klingt das schon gar nicht mehr so schlimm, oder?

100% einig in Bezug auf die Härte der Empfehlungen waren wir uns am Ende natürlich auch nicht. Klar geworden ist mir da auf jeden Fall, dass es nie einfach ist eine Entscheidung zu treffen und unmöglich, es allen recht zu machen. Ich denke, dass das Wissen über Klimaschädlichkeit und Alternativen dazu stärker in den Alltag aller Einzug halten muss. Zum Beispiel in Form eines verbindlichen Siegels auf das man sich wirklich verlassen kann. Und, dass wir alle lernen müssen, mit diesem Wissen umzugehen und gemeinsam das Beste daraus zu machen. Bewusster zu konsumieren, bewusster zu verzichten, eben bewusster zu leben."
Cookie-Einstellungen
Der Bürgerrat Klima verwendet Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Diese werden zum Beispiel genutzt, um den Betrieb der Seite zu gewährleisten oder um anonyme Besuchstatistiken zu erfassen. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.
→ Details einblenden
→ Auswahl speichern
Alles auswählen