"Sitzung für Sitzung
wurde es zu
einer Herzens-
angelegenheit"
Donnerstag, 15.07.21

Statement von Teilnehmer Adnan Arslan, 32, aus Velbert in Nordrhein-Westfalen, Fertigungssteuerer

"Als ich von der Auslosung zur Teilnahme am Bürgerrat erfahren habe konnte ich es erst mal nicht glauben. Es kam mir eher unwahrscheinlich vor, einer von Millionen zu sein, der per Losverfahren ausgewählt wurde, um mit weiteren 159 Teilnehmern bei so einem Bürgerrat Klima mitzumachen. Die Entscheidung mitzumachen fiel dann auch nicht sofort. Ich war nicht sicher, ob ich der Richtige dafür wäre; ob nicht lieber jemand anderes nachrücken sollte, der sich bereits intensiv mit dem Thema beschäftigt hatte. Nach Rücksprache mit meiner Ehefrau habe ich dann aber letztendlich entschlossen mitzumachen.  

Besonders beeindruckte mich während des Bürgerrats, wie unterschiedlich die Teilnehmer waren. Ich selbst habe einen Migrationshintergrund und fühlte mich stolz, als Teil dieser Gesellschaft mitmachen zu dürfen, vielleicht aber auch Entscheidungen hinsichtlich der Zukunft mit beeinflussen zu können."
Dies hat mir deutlich gezeigt, dass Aufklärung an erster Stelle stehen muss und ausschlaggebend dafür ist, wie man etwas wahrnimmt und versteht. Rückblickend erklärt es sich mir von selbst, wieso ich so wenig übrig hatte für das Thema. Es fehlte mir schlicht und einfach grundlegendes Wissen.
"Als die erste Sitzung losging, war ich mich gemischten Gefühlen dabei. Es herrschte eine gewisse Vorfreude und Aufregung. Dennoch fragte ich mich, ob ich überhaupt irgendetwas zum Thema Klima beitragen könnte, da ich mich bis dahin kaum bis gar nicht damit befasst hatte. In den Medien hat man einiges mitbekommen, doch um ehrlich zu sein habe ich mir nicht viele Gedanken zu den Themen Umwelt und Klima gemacht – geschweige denn mir mein eigenes Verhalten vor Augen geführt. Ich bin davon ausgegangen, dass die Anderen das irgendwie schon machen; dass die schlauen Köpfe sich schon etwas einfallen lassen werden, womit das Klima gerettet werden kann. Ich allein könnte doch sowieso nichts ändern.

Nach nun 12 Sitzungen, über 50 Stunden Diskussionen und vielen Vorträgen haben sich meine Sichtweise, mein Verständnis und mein Wissen in Bezug auf  die Umwelt und das Klima verändert. Dies hat mir deutlich gezeigt, dass Aufklärung an erster Stelle stehen muss und ausschlaggebend dafür ist, wie man etwas wahrnimmt und versteht. Rückblickend erklärt es sich mir von selbst, wieso ich so wenig übrig hatte für das Thema. Es fehlte mir schlicht und einfach grundlegendes Wissen. Durch Austausch mit anderen, mir komplett fremden Menschen; durch die Vorträge von Wissenschaftlern und Professoren ergab sich am Ende dann ein ganzes Bild bei mir.

Es war nicht immer einfach an den Sitzungen teilzunehmen, die manchmal bis in den späten Abend liefen und am Wochenende über den ganzen Tag. Die Arbeit und der Alltag machten keine Pause und durch die Geburt meiner Tochter kamen auch noch lange Nächte hinzu. Auch die Diskussionen in den Gruppen waren nicht immer einfach, denn wie auch in einer Familie, sind in einer Arbeitsgruppe nicht immer alle einer Meinung. Die Diskussionen und Gespräche in den Arbeitsgruppen blieben dennoch immer respektvoll und auf Augenhöhe. Sitzung für Sitzung wurde es zu einer Herzensangelegenheit, ansonsten hätte ich wahrscheinlich nach der zweiten oder spätestens dritten Sitzung das Handtuch geworfen. Heute kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, nicht aufzugeben und diese Aufgabe anzunehmen. Ich fühlte mich verantwortlich und wollte es unbedingt durchziehen, was ich letztendlich auch tat."
Meinen Mitmenschen und unserer Gesellschaft kann ich nur empfehlen, dass sie mehr Aufklärung in Betracht ziehen sollten wenn es um die Umwelt und das Klima geht. Das Ganze ist unkomplizierter als man denkt und ein Einzelner kann viel mehr bewegen als man glaubt. 
"Wir haben viele Empfehlungen in den Handlungsfeldern erarbeitet. Ich persönlich war dem Handlungsfeld Mobilität zugeteilt. Wir hatten verschiedene Themen, verschiedene Handlungsfelder, verschiedene Aufgaben und verschiedene Menschen dabei – aber alle verfolgten dasselbe Ziel.

Der Politik möchten wir hiermit auch ein Zeichen geben, nämlich dass wir bereit sind mitzuziehen. Dass unsere Ideen, die Ideen der normalen Bürger, wertvoller seien können als man glaubt. Dass die Stimme der Bürger eine entscheidende Rolle spielen sollte, egal über welches Thema gesprochen, diskutiert oder entschieden wird. Ich habe keine in der Gruppe erarbeitete Lieblingsempfehlung, ich persönlich finde sie alle stark. Ich habe nur eine persönliche an unsere Gesellschaft und die Politik:

Meinen Mitmenschen und unserer Gesellschaft kann ich nur empfehlen, dass sie mehr Aufklärung in Betracht ziehen sollten wenn es um die Umwelt und das Klima geht. Das Ganze ist unkomplizierter als man denkt und ein Einzelner kann viel mehr bewegen als man glaubt. Meine Empfehlung an die Politik ist: Denken Sie bitte bei Ihren Entscheidungen an alle Schichten unserer Gesellschaft. Denn nur wenn alle mitmachen und sich angesprochen fühlen, können wir die vielleicht wichtigste Aufgabe unserer Zeit angehen – und meistern“.
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